FlenioFlenio
PM-Methodik

Kanban — Flow-basiertes Projektmanagement mit Limits

Pull-System statt Push — Arbeit fliesst durch das System

Kanban visualisiert Arbeit auf einem Board mit Spalten (Todo, In Progress, Done) und limitiert WIP. Einfach einzuführen, kontinuierlicher Flow ohne Sprints.

Leutrim MiftarajAktualisiert 17.5.2026~12 Min Lesezeit

Über Kanban

Kanban (japanisch für 'Schild' oder 'Karte') stammt ursprünglich aus dem Toyota-Produktionssystem der 1940er-Jahre und wurde 2007 von David Anderson für Wissensarbeit adaptiert. Das Grundprinzip: Arbeit wird auf einem Board visualisiert, jede Aufgabe ist eine Karte, jede Spalte ein Workflow-Status. Work-In-Progress-Limits (WIP-Limits) verhindern Überlastung. Im Gegensatz zu Scrum gibt es keine Sprints, sondern kontinuierlichen Flow — neue Tasks werden gezogen wenn Kapazität frei wird. Kanban ist sehr niedrigschwellig einzuführen: oft startet ein Team einfach mit 3 Spalten (Backlog, In Progress, Done) und entwickelt das Board nach Bedarf weiter.

Herkunft

Toyota Production System (1940er), für Wissensarbeit adaptiert von David J. Anderson, 'Kanban: Successful Evolutionary Change for Your Technology Business' (2010).

Prinzipien

Visualisiere den Workflow

Jede Aufgabe sichtbar auf dem Board, jede Spalte ein Workflow-Schritt.

Limitiere Work-in-Progress

Pro Spalte ein WIP-Limit (z.B. max. 3 Tasks gleichzeitig in 'In Progress').

Manage den Flow

Messen wie lange Tasks im System sind (Cycle Time), Engpässe identifizieren.

Mache Policies explizit

Definition of Done für jede Spalte schriftlich festhalten.

Verbessere kontinuierlich

Regelmäßige Retrospektiven, datengestützte Verbesserungen.

Wann Kanban passt — und wann nicht

Passt für:

  • Support-Teams und Helpdesks mit eingehenden Tickets
  • Marketing-Operations und Content-Production
  • Teams die kontinuierliche Arbeit verarbeiten
  • Persönliches Aufgabenmanagement (Personal Kanban)
  • Operations-Teams ohne Projekt-Charakter

Nicht ideal für:

  • Streng zeitlich getaktete Releases (besser Scrum)
  • Projekte mit klarer Start-End-Struktur und festem Scope
  • Sehr große Teams ohne Sub-Teams (mehr Visualisierung nötig)

Kanban im Vergleich zu anderen Methoden

vs Scrum

Scrum hat Sprint-Iterationen mit festem Scope, Kanban kontinuierlicher Flow. Kanban einfacher einzuführen, Scrum besser bei klarer Produkt-Roadmap.

vs Scrumban

Scrumban kombiniert beide: Sprint-Cadence von Scrum, WIP-Limits von Kanban. Beliebter Hybrid bei Teams die von Scrum zu Kanban migrieren.

vs Trello-Style

Trello ist ein simpler Kanban-Tool ohne WIP-Limits oder Flow-Metriken. Klassisches Kanban hat zusätzlich Metriken wie Cycle Time und WIP-Limits.

Flenio Fit

Wie Flenio Kanban unterstützt

Flenio ist nativ Kanban-fähig: jedes Projekt hat eine Kanban-Ansicht, WIP-Limits pro Spalte einstellbar, Cycle-Time-Reporting, Drag-Drop optimiert für Touch und Maus. Wechsel zwischen Liste/Kanban/Gantt/Kalender jederzeit möglich.

Häufige Fragen zu Kanban

Brauche ich Software für Kanban?

Nein. Klassisches Kanban startet mit einem Whiteboard und Post-Its. Software wird sinnvoll bei verteilten Teams, mehreren Boards oder Reporting-Anforderungen.

Was sind sinnvolle WIP-Limits?

Faustregel: WIP-Limit = Anzahl Team-Mitglieder + 1. Bei 4-Personen-Team also max. 5 Tasks in 'In Progress'. Anpassung mit Erfahrung.

Kann ich Kanban allein verwenden?

Ja — 'Personal Kanban' nach Jim Benson ist gut etabliert. Ein einfaches 3-Spalten-Board für eigene Tasks reicht meist.