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PM-Methodik

Wasserfall-Methode — Sequenzielles Phasen-Modell

Sequenziell, geplant, dokumentiert — der klassische Ansatz

Wasserfall ist das klassische Phasen-Modell: Anforderungen, Design, Implementierung, Test, Wartung — jede Phase abgeschlossen bevor die nächste beginnt.

Leutrim MiftarajAktualisiert 17.5.2026~12 Min Lesezeit

Über Wasserfall

Das Wasserfall-Modell wurde 1970 von Winston Royce in einem (kritischen!) Paper erstmals beschrieben — ironischerweise als Beispiel wie man Software NICHT entwickeln sollte. Trotzdem wurde es jahrzehntelang zum Standard. Die Phasen sind klar: Anforderungs-Analyse, System-Design, Implementierung, Integration und Testing, Deployment, Maintenance. Jede Phase muss komplett abgeschlossen sein, bevor die nächste beginnt — daher der Name 'Wasserfall'. Die Stärke liegt in der Vorhersagbarkeit und Dokumentation: für Bauprojekte, Compliance-Projekte oder Festpreis-Verträge ist Wasserfall oft die richtige Wahl. Schwäche: Anpassung an späte Erkenntnisse ist teuer.

Herkunft

Winston Royce 1970 (paradoxerweise als negatives Beispiel beschrieben). Royal Air Force, US Department of Defense übernahmen es als Standard in den 1970er-80er.

Phasen von Wasserfall

1

Anforderungs-Analyse

Vollständige Spezifikation aller Anforderungen. Lastenheft, Pflichtenheft.

2

System-Design

Technische Architektur, Schnittstellen, Datenbank-Schema. Detaillierte Pläne.

3

Implementierung

Eigentliche Umsetzung. Bei Software: Programmierung. Bei Bau: Realisierung.

4

Testing und Integration

Tests gegen die Anforderungen, Integration aller Komponenten.

5

Deployment und Maintenance

Übergabe an Kunde/Betrieb, fortlaufende Pflege und Bugfixes.

Wann Wasserfall passt — und wann nicht

Passt für:

  • Bauprojekte und physische Produktentwicklung
  • Compliance-getriebene Projekte mit Audit-Anforderungen
  • Projekte mit klaren, stabilen Anforderungen
  • Festpreis-Projekte mit definiertem Scope
  • Regulierte Branchen (Medizintechnik, Luftfahrt, Pharma)

Nicht ideal für:

  • Software-Produkte mit unsicheren Anforderungen
  • Innovations- und Experimentier-Projekte
  • Schnell-bewegende Märkte mit Time-to-Market-Druck
  • Projekte mit aktiver Kunden-Feedback-Schleife

Wasserfall im Vergleich zu anderen Methoden

vs Agile

Wasserfall ist sequenziell, Agile iterativ. Wasserfall plant einmal, Agile plant fortlaufend. Beide haben ihre Einsatzbereiche.

vs V-Modell

V-Modell ist erweitertes Wasserfall mit expliziten Testphasen parallel zu Spezifikationsphasen. Verbessert Wasserfall für Qualitätssicherung.

vs Hybrid (Water-Scrum-Fall)

Wasserfall für Planung, Scrum für Umsetzung, Wasserfall für Rollout. Beliebt in Unternehmen die agil arbeiten wollen aber Compliance-Druck haben.

Flenio Fit

Wie Flenio Wasserfall unterstützt

Flenio unterstützt klassische Wasserfall-Projekte via Gantt-Charts mit Dependencies, Milestones, Phasen-Strukturierung. HERMES- und SIA-Templates sind Wasserfall-basiert. Time-Tracking pro Phase für Honorar-Berechnung.

Häufige Fragen zu Wasserfall

Ist Wasserfall tot?

Nein. In Bauprojekten, Medizintechnik, Pharma und allen Compliance-getriebenen Branchen ist Wasserfall weiterhin Standard. Software-Welt hat sich überwiegend zu Agile bewegt.

Was ist der Unterschied zum V-Modell?

V-Modell ist Wasserfall plus systematische Testphasen pro Spezifikationsphase. Jede Spezifikation hat ihre korrespondierende Testphase auf der gleichen Hierarchie-Ebene.

Kann ich Wasserfall mit Scrum kombinieren?

Ja, sogenanntes 'Water-Scrum-Fall': Anforderungen klassisch, Umsetzung in Sprints, Rollout wieder klassisch. Beliebt in regulierten Branchen.