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Cost-of-Delay-Rechner: Was kostet es, ein Projekt zu verschieben?

Für: Portfolio-Verantwortliche, Product Owner und Geschäftsleitungen, die mehr Vorhaben als Kapazität haben.

Kurz erklärt

Cost of Delay (CoD) ist der Nutzen, der pro Zeiteinheit verloren geht, solange ein Vorhaben nicht fertig ist — entgangener Umsatz, weiter anfallende Kosten, verpasste Fristen. Für die Priorisierung teilt man den CoD durch die Dauer (CD3): Zuerst kommt, was pro Tag Aufwand am meisten Verzögerungskosten vermeidet. Die Methode macht Priorisierung zu einer wirtschaftlichen statt politischen Frage.

Eingaben

Ergebnis

Kosten der Verzögerung

CHF 24'000.00

CD3: Cost of Delay pro Woche je Personentag
CHF 200.00
Verzögerungskosten pro Kalendertag
CHF 571.43

Rechenweg: Verzögerungskosten = Nutzen pro Woche × Wochen Verzögerung. CD3 = Nutzen pro Woche ÷ Aufwand in Tagen.

Vergleichbar werden CD3-Werte nur, wenn alle Vorhaben mit derselben Logik geschätzt werden. Grobe Klassen (tief/mittel/hoch) reichen oft.

Rechnet im Browser. Nichts wird gespeichert oder übertragen.

«Das ist dringend» sagt jeder über sein Projekt. Cost of Delay ersetzt die Behauptung durch eine Frage, die man beantworten muss: Was kostet es uns pro Woche, wenn das später fertig wird? Die Antwort ist selten präzise, aber fast immer aufschlussreich — und sie macht Vorhaben vergleichbar, die sonst nichts gemeinsam haben.

Woraus Cost of Delay besteht

Drei Quellen, die man getrennt schätzt und dann addiert:

  • Wert: zusätzlicher Umsatz oder eingesparte Kosten pro Woche, sobald das Ergebnis da ist
  • Zeitkritikalität: Fristen, Saisonfenster, Vertragsstrafen, ein Wettbewerber, der zuerst liefert — der Wert kann nach einem Stichtag schlagartig sinken
  • Risikoreduktion: Vorhaben, die Unsicherheit abbauen oder andere erst ermöglichen, haben Wert, auch wenn sie selbst nichts verdienen
  • Nicht dazu gehören: bereits ausgegebene Kosten (die sind versunken, egal wann man fertig wird)

Priorisieren mit CD3

Zwei Vorhaben: A kostet pro Woche Verzögerung CHF 4'000 und braucht 20 Tage, B kostet CHF 6'000 und braucht 60 Tage. B wirkt wichtiger, aber A hat den höheren CD3 (200 gegenüber 100). Macht man A zuerst, verzögert sich B um vier Wochen — Kosten CHF 24'000. Umgekehrt verzögert sich A um zwölf Wochen — Kosten CHF 48'000. Kleine Vorhaben mit hohem Wert zuerst: Das ist die ganze Logik, und sie ist in SAFe als «Weighted Shortest Job First» bekannt.

Grenzen und ehrlicher Umgang

Die Schätzung des Nutzens pro Woche ist unsicher, oft um den Faktor zwei. Das macht die Methode nicht wertlos: Die Reihenfolge ist robuster als die einzelnen Zahlen, und schon die Diskussion über den Wochennutzen deckt auf, welche Projekte niemand beziffern kann. Wichtig ist, die Annahmen sichtbar festzuhalten und nach der Umsetzung zu prüfen. Und: Viele gleichzeitig begonnene Vorhaben erzeugen die höchsten Verzögerungskosten von allen — weniger parallel, schneller fertig.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen CD3 und WSJF?

Das Prinzip ist gleich: Verzögerungskosten geteilt durch Dauer. CD3 arbeitet mit Franken, WSJF (SAFe) mit relativen Punkten für Wert, Zeitkritikalität und Risikoreduktion. Punkte sind schneller, Franken aussagekräftiger.

Was, wenn der Nutzen nicht in Franken messbar ist?

Dann in Klassen schätzen (1, 2, 3, 5, 8) und relativ vergleichen. Auch gesetzliche Pflichten haben einen CoD: die Kosten der Nicht-Erfüllung ab dem Stichtag.

Wie oft sollte man neu priorisieren?

Quartalsweise im Portfolio, im Backlog bei jeder Planung. Cost of Delay ändert sich, wenn Fristen näher rücken oder sich der Markt bewegt.

Vom Werkzeug zur Praxis

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