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Earned-Value-Rechner: Fertigstellungswert, SPI und CPI

Für: Projektleiter und PMO, die Fortschritt und Kosten in einer Zahl zusammenbringen wollen — auch ausserhalb grosser Programme.

Kurz erklärt

Earned Value vergleicht drei Werte: Planwert (was bis heute fertig sein sollte), Fertigstellungswert (was tatsächlich fertig ist, in Budgetfranken) und Istkosten. Daraus folgen der Terminindex SPI = EV ÷ PV und der Kostenindex CPI = EV ÷ AC. Werte unter 1 heissen: hinter Plan bzw. über Budget. Die Prognose am Ende: Budget ÷ CPI.

Eingaben

Ergebnis

Kostenindex CPI (EV ÷ AC)

0.83

Unter 1: Für jeden ausgegebenen Franken entsteht weniger als ein Franken Wert.

Terminindex SPI (EV ÷ PV)
0.8
Planwert PV
CHF 60'000.00
Fertigstellungswert EV
CHF 48'000.00
Prognose Gesamtkosten EAC
CHF 145'000.00
Abweichung am Ende (VAC)
CHF -25'000.00

Rechenweg: PV = Budget × geplanter %. EV = Budget × fertiger %. SPI = EV ÷ PV. CPI = EV ÷ AC. EAC = Budget ÷ CPI = Budget × AC ÷ EV. VAC = Budget − EAC.

Die EAC-Formel unterstellt, dass die bisherige Kosteneffizienz anhält. Ist die Abweichung ein einmaliger Effekt, ist die Prognose zu pessimistisch.

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«Wir sind bei 40 % und haben die Hälfte des Budgets ausgegeben» — ist das gut oder schlecht? Ohne Plan ist die Frage nicht zu beantworten. Earned Value löst das, indem es Fortschritt in Franken misst und mit Plan und Ist vergleicht. Das klingt nach Grossprojekt, funktioniert aber mit vier Zahlen auch für ein 80-Stunden-Mandat.

Die drei Werte in einem Satz

Der Planwert ist das Budget der Arbeit, die heute laut Plan erledigt sein sollte. Der Fertigstellungswert ist das Budget der Arbeit, die tatsächlich erledigt ist. Die Istkosten sind, was diese Arbeit gekostet hat. Wer nur Plan und Ist vergleicht, sieht, dass Geld ausgegeben wurde — aber nicht, ob dafür etwas entstanden ist. Erst der Fertigstellungswert trennt «wir sind langsam» von «wir sind teuer».

Fertigstellungsgrad ehrlich messen

Die ganze Methode steht und fällt mit dem Fertigstellungsgrad. «Gefühlt 80 %» ist keine Messung. Bewährte Regeln:

  • 0/100: Ein Arbeitspaket zählt erst, wenn es abgenommen ist. Streng, aber unbestechlich — gut für kurze Pakete
  • 50/50: Beim Start 50 %, bei Abschluss 100 %. Kompromiss für mittellange Pakete
  • Meilensteine: fester Prozentsatz je erreichtem Zwischenergebnis (Entwurf 30 %, Review 60 %, Abnahme 100 %)
  • Mengen: fertige Einheiten ÷ geplante Einheiten, wo Arbeit zählbar ist (Seiten, Räume, Schnittstellen)
  • Nie: verbrauchte Stunden ÷ geplante Stunden — das misst Aufwand, nicht Fortschritt

SPI und CPI lesen

Ein CPI von 0.83 heisst: Aus jedem Franken werden 83 Rappen Wert. Er erholt sich in der Praxis selten von allein — deshalb ist die Prognose Budget ÷ CPI ein ernstes Warnsignal. Der SPI ist vorsichtiger zu lesen: Er läuft gegen Projektende automatisch auf 1 zu, auch bei Verzug, weil am Schluss alles Geplante fertig ist. Für die Terminfrage deshalb zusätzlich die Meilensteintrendanalyse ansehen. Beide Indizes gehören in den Statusbericht — als Zahl mit Trend, nicht als Ampel ohne Grundlage.

Häufige Fragen

Lohnt sich Earned Value für kleine Projekte?

In der einfachen Form ja: Budget, geplanter Stand, gemessener Stand und Istkosten reichen. Den Aufwand treibt nicht die Rechnung, sondern die Messung des Fortschritts — mit 0/100 auf Arbeitspaketebene bleibt er klein.

Was ist ein guter CPI?

Zwischen 0.95 und 1.05 gilt als im Rahmen. Unter 0.9 braucht es eine Entscheidung: Umfang anpassen, Budget nachfordern oder Vorgehen ändern. Über 1.1 ist oft ein Zeichen für zu grosszügige Schätzung.

Woher kommen die Istkosten?

Aus den erfassten Stunden × Kostensatz plus externe Kosten. Ohne projektbezogene Zeiterfassung gibt es keine Istkosten — und damit keinen CPI.

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